Plastikverpackungen und Getränkekartons werden separat recycliert

Plastik und Getränkekartons im Kreislauf halten

Plastikverpackungen und Getränkekartons sind wertvolle Rohstoffe, die hochwertig rezykliert werden können. Dafür wurde die Branchenorganisation RecyPac gegründet. Im Januar 2025 starteten die ersten Gemeinden mit der neuen Sammlung – ein wichtiger Meilenstein hin zu einer national einheitlichen Lösung.

Joseph Weibel

Seit Anfang Januar profitieren die Einwohnerinnen und Einwohner der ersten Städte und Gemeinden von der neuen, national ausgerichteten Sammlung für Plastikverpackungen und Getränkekartons. Hinter dem Angebot steht die Branchenorganisation RecyPac, die ein schweizweit flächendeckendes, einheitliches und hochwertiges Recycling für diese beiden Wertstoffe aufbauen will.

RecyPac wurde unter der Leitung von Swiss Recycle gegründet und vereint Inverkehrbringer, Detailhändler, Verpackungsproduzenten, Verwerter sowie Gemeinden als Gründungsmitglieder. An der Medienkonferenz von Mitte Januar 2025 zeigte sich Rahel Ostgen, Co-Geschäftsleiterin bei Swiss Recycle, erfreut über den erfolgten Sammelstart: «Aus den Erfahrungen anderer Wertstoffsammlungen wussten wir von Anfang an, dass ein flächendeckendes Recyclingsystem nur dann entstehen kann, wenn alle Akteure des gesamten Recyclingkreislaufs eingebunden sind und gemeinsam am selben Strang ziehen. Dass uns dies gelungen ist und nun in den ersten Gemeinden Wertstoffe mit RecyPac gesammelt werden, ist ein grosser Erfolg.»

Erweiterte Produzentenverantwortung
Kernelement der RecyPac-Strategie ist die erweiterte Produzentenverantwortung: Die Mitglieder übernehmen die korrekte Entsorgung ihrer Verpackungen und erhalten dafür ein Vorkaufsrecht auf das daraus gewonnene Rezyklat. Dieses kann für neue Produkte im Schweizer Markt genutzt werden – ein wichtiges Marktbedürfnis.

Wie wichtig dies ist, betonte CEO von Nestlé Suisse, Cédric Boehm: «Wir arbeiten seit Jahren daran, unsere Verpackungen zu vereinfachen und recyclingfähig zu machen. Die neue Infrastruktur von RecyPac ermöglicht nun ihr tatsächliches Recycling – entscheidend für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Die Mobilisierung aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette wird den Unterschied machen.»

 «RecyPac schliesst eine zentrale Lücke in der Schweizer Kreislaufwirtschaft. Es ermöglicht ein unkompliziertes Sammeln und Recyceln von Plastikverpackungen und Getränkekartons – eine ganzheitliche Lösung von der Gestaltung der Verpackung bis zur Wiederverwendung der Rezyklate», lässt L’Oréal DACH verlauten.

Eine auf die Schweiz abgestimmte Lösung
Die nationale Ausrichtung von RecyPac bringt klare Vorteile, erklärt Christopher Rohrer, Leiter Nachhaltigkeit & Wirtschaftspolitik beim Migros-Genossenschafts-Bund: «Coop und Migros haben im Plastikrecycling Pionierarbeit geleistet, doch regionale Systeme stossen an ihre Grenzen. Eine nationale Lösung schafft Effizienz durch Skaleneffekte und erhöht die Convenience für die Konsumenten. Überall in der Schweiz die gleichen Verpackungen im selben Sack sammeln.»

Marc Heim, Stv. CEO der Emmi Group, ergänzte: «Als Gründungsmitglied freuen wir uns, an einer Kreislauflösung mitzuwirken, die ideal auf die Schweizer Gegebenheiten abgestimmt ist. RecyPac als Non-Profit mit hoher Transparenz überzeugt uns und bringt Emmi einen weiteren Schritt Richtung Kreislaufwirtschaft im Einklang mit unseren Nachhaltigkeitszielen.»

Die Sammlung der Wertstoffe erfolgt im Haushalt. Die vollen RecyBags können anschliessend bei Gemeinden und in bestimmten Filialen des Detailhandels abgegeben werden.
(Quelle: RecyPac)

www.recybag.ch

RecyPac

Gegründet wurde der Verein «RecyPac – Kreislauf Plastikverpackungen und Getränkekartons» vor zwei Jahren. Seit Frühjahr 2024 ist die Branchenorganisation RecyPac operativ tätig.

Im Januar dieses Jahres wurde die einheitliche Separatsammlung für Plastik-Verpackungen und Getränkekartons mit dem RecyBag gestartet. Seither kamen stetig neue Gemeinden dazu. Anfang August haben gemäss der Branchenorganisation rund 1,4 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten Zugang zum RecyBag.

Das wird gesammelt

Gesammelt werden Becher, Schalen, Tuben und andere Verpackungen aus Plastik (z.B. Becher von Cherry-Tomaten, Getränken, Glace und Joghurt); Schalen von Eiern, Fleisch, Guetzli, Käse, Obst, Fertig- und Take away-Gerichten); Tuben von Kosmetika, Sonnencrème, Zahnpasta.

Getränkekartons (z.B. von Tetra Pak) von Fruchtsäften, Milch- und Milchprodukten; Plastikflaschen (Essig, Saucen, öL, Kosmetika, Reinigungsmitteln).
Beutel von Aufbackbrot, Füssigseife, Kaffee, Nüssen, Pommes Chips, Reis, Teigwarten und Toast.

Folien von Gemüse, Salat, Tofu, Zeitschriften, Schutzverpackungen, Luftpolster, Klarsicht- und Sixpack-Folien.

Konzessionsgebühr

Als Konzessionsnehmer entrichtet RecyPac der Konzessionsgeberin (Gemeinde, Kanton oder Zweckverband) eine Gebühr von 15 Franken pro Tonne gesammeltes Material.

Gemeinden und Detailhandel kaufen die Sammelsäcke bei RecyPac und verkaufen sie an den Endverbraucher weiter.

Eine Übersicht über alle Verkaufs- und Rückgabestellen ist auf www.recybag.ch zu finden.