Kräftiges Arbeitsgerät und Lifestyleprodukt
Sie sind meist breit, gross und lang, die Lieblingsfahrzeuge von Abenteurern und eine Mischung von Arbeitstier und Lifestyle-Statement. Die Pickup-Modelle haben sich zu einer vielseitigen Fahrzeugklasse mit breiter Auswahl entwickelt.
Kurt Bahnmüller
In der Welt der Nutzfahrzeuge nehmen die Pickups eine besondere Stellung ein, denn sie können dank kräftiger Motorisierung als vielseitige Arbeitsgeräte eingesetzt werden. Geprägt sind diese Modelle durch eine oft grosszügig bemessene Ladefläche, aber auch durch teilweise komfortable Innenräume und eine Fahrerkabine, die bis zu sechs Personen Platz bietet. Pickups können für die unterschiedlichsten Aufgaben eingesetzt werden. Auch im Kommunaldienst stehen Pickups in zunehmendem Masse in Schweizer Städten im Einsatz. Denn dank Allradantrieb, hoher Bodenfreiheit und robuster Bauweise, können Pickups auch bei schwierigen Strassenverhältnissen eingesetzt werden. Sie sind dank der Ladefläche für den Transport oft sperriger Güter, wie beispielsweise die Mitnahme von Werkzeugen, Brennholz oder Bauschutt, geeignet und können auch dank Anbaumöglichkeiten im Wintereinsatz unterwegs sein. Die Ladefläche allerdings ist bei den meisten Pickups ungeschützt, ausser es ist eine Abdeckung/Hardtop erhältlich. Ihre gegenüber einem Personenwagen oder einem SUV grösseren Dimensionen machen deren Einsatz in engen Strassen zu einer Herausforderung. Dank Allradantrieb, höherer Bodenfreiheit und oft Sperrdifferenzialen eignen sich Pickups für den Einsatz auf Baustellen oder in unwegsamem Gelände. Auf langen Strecken erweisen sich die Fahrzeuge allerdings als weniger bequem als etwa ein SUV, sind sie doch eher auf Robustheit als auf Reisekomfort getrimmt und sind in etlichen Fällen auf einem robusten Leiterrahmen aufgebaut. Da Pickups im Normalfall ein höheres Leergewicht aufweisen ist auch der Treibstoffverbrauch höher als bei ähnlichen Fahrzeugen.
Komfort rückte in den Vordergrund
Während früher die reine Nutzlast im Vordergrund stand, definiert sich der beste Pickup heute durch ein komplexes Zusammenspiel aus Leistung, Komfort, Technologie und Wirtschaftlichkeit. Dabei spielt die Motorleistung eine zentrale Rolle: Moderne Pickups bieten heute Drehmomentwerte zwischen 400 und 1400 Newtonmetern an und können Anhängelasten bis zu 5000 kg bewältigen. Adaptive Fahrwerke passen sich automatisch an Beladung und Strassenverhältnisse an.Pickups sind heute mit zahlreichen Assistenzsystemen ausgerüstet, zu ihnen zählen etwa der Anhänger-Rangierassistent oder 360-Grad-Kamerasysteme, denn die Fahrzeug-Dimensionen sind grösser als bei einem normalen Personenwagen. Auch die Wirtschaftlichkeit spielt eine immer wichtigere Rolle. Zahlreiche Hersteller setzen deshalb verstärkt auf die Hybridtechnologie, aber auch auf vollelektrische Antriebe. Der durchschnittliche Verbrauch moderner Diesel-Pickups liegt derzeit bei etwa 8-12 Litern pro 100 Kilometer, während elektrische Varianten Energieverbräuche von 25-35 kWh aufweisen. Entwickelt und produziert werden heute Pickups von amerikanischen, europäischen und asiatischen Herstellern.
US-Modelle im Vordergrund
Pickups haben vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika eine lange Tradition. An der Spitze der Pickup-Modelle steht die Ford F-Series, welche mit über 40 Millionen verkauften Fahrzeugen seit 1948 zu den mit Abstand meistverkauften Einheiten in den USA zählt. Ergänzt wird die F-Serie durch das Modell Ranger, der zu den meistverkauften Pickups in Europa zählt. Ein ähnlich grosses Volumen weist der Chevrolet Silverado HD auf, der über eine hohe Anhängelast von 1630 kg und eine Nutzlast von 3500 kg verfügt. Dessen Heckklappe verwandelt sich per Knopfdruck in eine mobile Werkbank, eine Verladerampe oder sogar in eine Stehleiter. Dritter im Bunde ist der Dodge Ram dessen Fahrwerk sich automatisch an Geschwindigkeit und Beladung anpasst.
Volkswagen entwickelte zusammen mit Nissan das Modell Amarok, das sich inzwischen einen respektablen Marktanteil sichern konnte, und von einem V6 TDI-Motor mit 258 PS angetrieben wird. Der Amarok wird in Südafrika produziert. Zu den von europäischen Herstellern produzierten Pickups zählen im Weiteren der Dacia Doker, der Fiat Fullback und der Renault Alaskan. Bei den Pickups japanischer Provenienz steht der Toyota Hilux im Mittelpunkt, der über eine Leiterrahmen-Konstruktion verfügt, und mittlerweile weltweit im Einsatz steht. Er steht im Ruf praktisch unzerstörbar zu sein. Der Hilux hält den Rekord für die meisten gefahrenen Kilometer ohne Motorschaden. Ein Hilux in Neuseeland knackte 2019 die Millionen-Kilometer-Marke mit dem originalen 2,8 Liter Dieselmotor. Aus Japan stammen auch die Modelle Nissan Navara und der Isuzu D-Max, Pickup-Modelle können durchaus als ein echtes Arbeitstier und Abenteuerfahrzeug, bezeichnet werden, das vielseitig einsetzbar ist, wenn es um Transport und Geländegängigkeit geht, aber im urbanen Alltag und beim Langstreckenkomfort Kompromisse erfordert.
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Auf einen Blick Pickups sind robust und geländetauglich für Transport und Arbeit, aber sie sind oft gross und im Stadtverkehr eher am falschen Ort. Die Vorteile der Pickups Sie sind vielseitig geeignet für den Transport sperriger Güter, Werkzeuge, Brennholz oder Bauschutt auf der offenen Ladefläche. Sie sind robust und langlebig konstruiert, für harte Einsatzbedingungen. Sie sind geländetauglich in schwieriger Umgebung dank Allradantrieb, höherer Bodenfreiheit und Sperrdifferenzialen. Sie ermöglichen das Aufsetzen einer Kabine und können so zum Camper umfunktioniert werden. Sie geben einem das Gefühl von Unabhängigkeit und Abenteuer. Die Nachteile von Pickups Sie weisen höhere Betriebs- und Treibstoffkosten auf, und die grösseren Abmessungen erschweren das Fahren und vor allem das Parkieren in teils engen Städten. Sie sind auf längeren Strecken oft weniger bequem als etwa ein SUV. Ihre Ladefläche ist meist ungeschützt und Witterungseinflüssen ausgesetzt, ausser es kann eine Abdeckung oder ein Hardtop montiert werden. |
Bildlegenden:
Zum Toyota Hilux
Der Toyota Hilux ist derzeit der meistverkaufte Pickup in der Schweiz (Foto: Toyota)
Zum Ford Ranger
Der Ford Ranger ist derzeit die Nummer 2 auf dem Schweizer Pickup Markt (Foto: Ford)
zum VW Amarok
Volkswagen Nutzfahrzeuge definierte mit dem Amarok die Verbindung aus Nutzfahrzeug und Premiumklasse neu.(Foto: VW)
